Sonntag, 18. November 2012

Patchwork, Agenten, Liebe und kulturell-wertvoll ;-)

Nachdem meine Schreibblockade nun endlich wieder verflogen ist, gibt's von mir eine Kritik zu gaaaaanz vielen Filmen. ;-)
Jane Eyre, Zwei an einem Tag, Skyfall, Chatroom und Türkisch für Anfänger.
Beginnen tue ich wieder mit den guten Filmen und enden tue ich mit den schlechten, bis auf die Ausnahme, die ganz am Ende vorzufinden ist. ;-)

Türkisch für Anfänger
Trailer

Story
Lena (Josefine Preuß) ist eine verzweifelte Einzelgängerin, die nicht genau weiß, was sie eigentlich mit sich anfangen soll. Zu allem Überfluss schleppt ihre Mutter (Anna Stieblich) sie auch noch mit in den Urlaub, der jedoch nicht so verläuft, wie sie es sich vorstellt: Das Flugzeug stürzt ab und während Lenas Mutter im Hotel den türkischen Vater Metin (Adnan Maral) kennen lernt, muss sich Lena mit Cem (Elyas M'Barek), dessen Schwester Yagmur (Pegah Ferydoni) und Costa (Arnel Taci) auf einer einsamen Insel herum schlagen.

Darsteller
Josefine Preuß ist eine der wenigen deutschen Schauspielerinnen, die tatsächlich schauspielern kann und die unglaublich sympathisch rüber kommt. Sie ist ein sehr hübsches Mädchen mit viel Potential und hat eine super Karriere vor sich.
Elyas M'Barek hat in so ziemlich jedem guten, deutschen Film mitgespielt, den man kennt. Sei es als bester Kumpel von Matthias Schweighöfer in What a man oder in ernsteren Filmen wie Die Welle. Er scheint alles richtig zu machen und kommt trotz seiner meist eher unterbelichteten Rollen immer super nett rüber. ;-D Ich war ganz überrascht darüber, dass er im Interview wirklich normal sprechen konnte, ganz im Gegensatz zu seiner Rolle als Cem. So etwas macht einen guten Schauspieler ja auch aus oder? ;-)
Anna Stieblich geht einem als Lenas Mutter mal wieder total auf den Sender und das ist auch gut so. Sie ist das krasse Gegenteil von ihrer Tochter, die zudem auch noch in einer schlimmen "Ich bin nicht 44, sondern noch ein Teenie"-Phase steckt, die einen immer wieder die Augenrollen lässt. Und wer dann auch noch Karoke singt, ohne auch wirklich nur einen Ton treffen zu können, den muss man doch einfach nur mögen.
Adnan Maral als türkischer Vater war wieder einmal perfekt. Ebenso auch Arnel Taci als stotternder Grieche und Pegah Ferydoni als die unsichere Schwester.
Mit dabei war auch Frederick Lau, den ich einfach genial finde. Seine Rolle als verängstigten Schüler in Die Welle war einfach grandios und wer den Film Wer küsst schon einen Leguan? als kleines Kind nicht gesehen hat, sollte dringend etwas nachholen. ;-)
Eine klitzekleine Nebenrolle hatte auch Nick Romeo Reimann, bei dem ich immer wieder den ollen Oma-Spruch fallen lassen kann: Mein Gott, ist der groooooß geworden :-D Ich kenne ihn noch aus Die wilden Kerle, wo er ja wirklich noch ein kleiner Stöpsel war, und dennoch hatte er es damals in weniger als einer Minute geschafft, Jimi Blue Ochsenknecht locker an die Wand zu spielen, was, wenn wir ehrlich sind, ja eigentlich auch keine Kunst ist. :-D Trotzdem war das in seinem Alter wirklich eine beachtliche Leistung! Der Kleine bzw. mittlerweile Große hat noch eine vielversprechende Karriere vor sich, die er wirklich verdient hat.

Fazit
Und nun kommt auch endlich mal das Fazit: Einfach nur cool! Ich habe leider nie alle Folgen von der Serie Türkisch für Anfänger sehen können, doch das, was ich von der Serie gesehen habe, war immer nur positiv. Daher habe ich mich sehr darüber gefreut, dass es dazu nun auch einen Film gab. Erst war ich etwas entäuscht, dass der Film nicht nach der Serie spielt, sondern neu beginnt, doch nach den ersten paar Minuten war die Entäuschung darüber verflogen.
Ich habe mich - gerade am Anfang - echt vor Lachen weggeschmissen und Tränen in den Augen gehabt. Teilweise wusste man wirklich gar nicht, ob man jetzt heulen oder lachen sollte (gerade bei Cems Rap). Aber dadurch, dass man so etwas wie den "Ey, Alter, ey"-Türken nie zu sehen bekam, ist Türkisch für Anfänger etwas ganz Besonderes, weil es dumme Eigenschaften wie das "Ey, Alter, ey" endlich mal lustig verpackt. Viele werden es lächerlich finden, aber ich finde, dass man darüber einfach mal lachen sollte, als es ständig kritisch betrachten zu müssen. So etwas könnten die Amerikaner gar nicht auf die Beine stellen, weil sie so etwas glaube ich gar nicht in ihrem Land haben.
Einen kleinen Kritikpunkt habe aber noch: Teilweise hat die Musik so gar nicht zur Situation gepasst. Gerade der Titelsong Better than I know myself von Adam Lambert wirkte einfach zu viel. Mir ist die Musik sonst bei Filmen nie so aufgefallen, aber hier hat sie teilweise wirklich gestört.
Türkisch für Anfänger ist lustig, ab und an auch mal tiefgründig und einer der wenigen deutschen Filme, auf die wir wirklich mal stolz sein können.
Türkisch für Anfänger bekommt von mir eine 1 mit einem klitzekleinen -.

Skyfall
Trailer

Story
Bond (Daniel Craig) is back, doch anders als es die meisten erwarten. Er scheint nicht mehr der Agent zu sein, der er einst war, obwohl gerade jetzt seine Chefin M (Judi Dench) ihn dringend braucht. Die wird nämlich von einem ihrer Ex-Agent Raoul Silva (Jarvier Bardem) bedroht und sie setzt alles darauf, dass Bond alles wieder ins Reine bringt, was diesmal leichter gesagt als getan ist, da Silva ihm immer einen Schritt voraus zu sein scheint.

Darsteller
Daniel Craig ist nicht gerade einer meiner Lieblingsschauspieler. Wieso kann ich euch eigentlich auch nicht richtig beantworten, da er privat eigentlich immer sehr nett rüber kommt und schauspielerisch gesehen auch sehr viel auf dem Kasten hat, aber Pierce Brosnan hat mir als Bond einfach besser gefallen (ich kenne nur Brosnan und Craig als Bond, weil mich die anderen nie interessiert haben, was einige wahrscheinlich jetzt schockieren wird :-D). Craig ist nicht schlecht und auch zu ertragen, aber ich hoffe, dass es bald mal wieder einen neuen Bond geben wird.
Javier Bardem als fieser Raoul Silva war mal etwas ganz Neues. Bereits in der Szene, als man ihn zum ersten Mal mit Bond zusammen sah, wusste man, dass er nicht so ist wie die anderen Bond Bösewichte. Er hat es weder auf Geld noch auf die Weltherrschaft abgesehen, sondern ganz alleine auf Rache. Ich kannte Javier Bardem nicht und war positiv von ihm überrascht. Er kann gerne wieder Bösewichte spielen. Besonders, wenn sie das übliche Schema durchbrechen und etwas Neues hervorbringen.
Was mich in diesem Film überrascht hat, war, dass es eigentlich gar kein richtiges Bondgirl gab. Klar, war da die Agentin Eve (Naomie Harris), die mit Bond hin und wieder zu sehen war, aber nie mit ihm im Bett landete!, und Sévérine (Bérénice Marlohe), die aber viel zu kurz dabei war, als das man sie hätte als Bondgirl bezeichnen können. Es war sehr erfrischend, Bond mal nicht als Weiberheld sehen zu müssen. ;-) Über Judi Dench und Ralph Fiennes, der diesmal neu mit dabei war, muss ich sicherlich nicht viel sagen, da sie beide oft gezeigt haben, was in ihnen steckt. Neu mit dabei, jedoch in einer bekannten Rolle, war Q, der für mich natürlich das Highlight war. :-D Endlich bringt mal jemand frischen, jungen Wind in die öde MI6-Bude und das hat Ben Whishaw super hinbekommen. Ich hoffe sehr, dass er beim nächsten Bond wieder dabei sein wird.

Fazit 
Skyfall unterscheidet sich schon ein bisschen von seinen Vorgängern. Es gibt kein richtiges Bondgirl, M muss sich gegen fiese Vorwürfe wehren, dass sie zu alt und lieber in Rente gehen sollte, und Bond wirkt so schwach wie nie zuvor. Trotzdem sind die Bond-Klassiker vorzufinden, was die Fans beruhigen wird (ich sag nur, Auto ;-)). Skyfall war gut, aber mehr auch nicht. Ich hatte ehrlich gesagt etwas mehr erwartet, wobei mir einige Sachen wirklich sehr gefallen haben. Skyfall ist nicht nur so ein dahin gesagtes Wort, sondern hat eine tiefsinniger Bedeutung, die sehr gut in dem Film umgesetzt wurde. Außerdem, und ich glaube es nicht, dass ich das gleich schreiben werde: Leute...hat Bond plötzlich doch ein Herz? Es war bereits in Casino Royal zu sehen, an einigen Stellen auch in Ein Quantum Trost, doch in Skyfall wirkt Bond endlich mal menschlich. Vielleicht ist Daniel Craig als Bond doch gar keine so schlechte Wahl, wie ich immer behaupte. Trotz des coolen Bösewichts und den anderen eben genannten Elementen, hat mir trotzdem noch etwas gefehlt. Teilweise fand ich es auch wieder etwas langatmig (ich spüre den Faustschlag der Fans bereits in meinem Bauch:-D). Daher bekommt Skyfall von mir "nur" eine solide 3.

Jane Eyre

Trailer

Story 
Jane Eyre (Mia Wasikowska) ist ein armes Waisenkind, welches wegen ihrer Tante eine furchtbare Kindheit durchleben musste. Als sie schließlich erwachsen ist, landet sie bei dem geheimnisvollen Rochester (Michael Fassbender), der sie gleichzeitig fasziniert und doch verängstigt. Sie verliebt sich in ihn, doch Rochester birgt dunkle Geheimnisse, die ihre Beziehung für immer zerstören könnte.

Darsteller 
Mia Wasikowska ist eine unglaublich sympathische Schauspielerin, die nicht nur wahnsinnig gut ist, sondern sich auch immer eher ungewöhnliche Rollen aussucht. Sei es Alice in Alice im Wunderland oder Joni in der abgedrehten Komödie The kids are all right. Eine Eigenschaft, weshalb man sie einfach mögen muss. Michael Fassbender ist wow. Also...natürlich meine ich seine schauspielerischen Fähigkeiten. :-D Er überrascht mich immer wieder, nicht nur bei seiner Rollenauswahl, sondern auch mit seiner schauspielerischen Leistung. In diesem Mann steckt mehr, als man denkt. Zudem hat er neben seinen irischen Wurzeln auch Deutsche und beeindruckte gerade in X-Men: Erste Entscheidung mit perfektem Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch. Wie schon gesagt: In diesem Mann steckt mehr, als man denkt, und ich freue mich darauf, ihn in gaaanz vielen anderen Filmen sehen zu können. Hier ist auch wieder Judi Dench mit dabei, sowie Jamie Bell, den ich auch echt cool finde, und Imogen Poots, die bereits in Fright Night oder Chatroom zu sehen war.

Fazit
Der Anfang von Jane Eyre war echt super. Durch Jane Eyres Vergangenheit war er sehr dramatisch und vielversprechend. Das ging auch so weiter, gerade als sie den geheimnisvollen Rochester kennen lernt, dessen erste Begegnung mit ihr nicht so verläuft, wie gewünscht. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden war auch gut mitanzusehen, aber ab einem bestimmten Zeitpunkt wurde der Film, wie ich finde, recht langweilig.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich mir von Jane Eyre etwas anderes erhofft hatte. Durch den Trailer kam es, finde ich, etwas so rüber, als ob der geheimnisvolle Rochester etwas zu geheimnisvoll ist. Ich dachte, dass der Film eher in die mystische Richtung gehen würde, was natürlich nicht der Fall war. Er bleibt sehr realistisch, aber die Auflösung von all dem, fand ich irgendwie eher lahm statt beängstigend.
Das Ende ist gut und der Film sicherlich auch, doch meins war er irgendwie nicht. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich Filme, die in der Vergangenheit spielen, nicht so mag.
Daher bekommt Jane Eyre von mir eine 3 mit einem laaaangen -.


Zwei an einem Tag
Trailer

Story
Es geht um die Leidensgeschichte, ach ich meine natürlich Liebesgeschichte, zwischen Emma und Dexter. Sie verknallt sich in diesen Idioten, äh Mann, tja und...irgendwie schaffen die beiden es einfach nicht, sich die Liebe einzugestehen. War das jetzt schon die Story?...Mhm...ja, ich denke, so kann man es zusammenfassen.

Darsteller
Anne Hathaway ist cool, spielt aber leider immer die gleiche Rolle. Klar hat sie uns mit Catwoman in The dark knight rises gezeigt, dass sie auch mal eine selbstbewusste Frau spielen kann, aber trotzdem wirkte sie wieder nur wie das zurecht gezupfte Püppchen. Schade eigentlich, denn sie hat glaube mehr auf dem Kasten als das.
Jim Sturgess kann ich nicht richtig beurteilen, da ich den Film nach wenigen Minuten ausgeschaltet habe. Tut mir leid, Süßer, vielleicht klappt's beim nächsten Mal. ;-)

Fazit
Da die Kritik bereits so fies begann, wisst ihr sicherlich, worauf es hinaus läuft. Ich habe Zwei an einem Tag tatsächlich gekauft, weil ich auf Anne Hathaway vertraut habe (trotz ihres Püppchen-Image dreht sie trotzdem unterhaltende Filme), die mich jedoch vollkommen entäuschte.
Der Film scheitert nicht daran, dass er zu schnulzig ist, sondern daran, dass Jim Sturgess Rolle Dexter ein totaler Mistkerl ist. Er behandelt Emma wie ein Stück *Piep*, obwohl er sie ja eigentlich mag. Klar gibt es Kerle, die anfangs recht mies sind, und dann auftauen, aber Dexter war durch und durch ein Idiot.
Tja, und das Problem ist, wenn man die Hauptperson nicht mag, mag man den Film auch nicht mehr.
Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schreiben würde, aber sie sollten dann wohl lieber wieder Nicholas Sparks Bücher verfilmen. Dabei kommt wenigstens hin und wieder auch mal was Gutes heraus (z.B. Mit dir an meiner Seite, Wie ein einziger Tag).
Daher bekommt der liebe Dexter, äh, Zwei an einem Tag, von mir eine glatte, traurige 6.

Die kulturell-wertvolle Ausnahme ;-)

Chatroom
Trailer

Story
Es klingt nach einer guten Idee, als die vier Teenager sich mit William in dem virtuellen Chatroom treffen, um sich dort über ihre Ängste und Probleme unterhalten zu können. Sie kennen sich nur über das Internet und vertrauen auf ihre neuen Freunde. Doch sie wissen nicht, dass einer von ihnen ein perfides Spiel spielt, dass einen von ihnen den Tod kosten könnte.

Darsteller
Alle fünf Hauptdarsteller sind einfach genial. Imogen Poots als die hübsche Eva, Daniel Kaluuya als der verzweifelte Mo, der sich in die junge Schwester seines besten Freundes verliebt, Hannah Murray als die schüchterne Emily, die einfach nur von ihren Eltern geliebt werden möchte und Matthew Beard als der einsame, ängstliche Jim.
Der Beste von ihnen allen war aber Aaron Johnson als William. Er hat mich wirklich überrascht, weil sehr viel in ihm steckt, das man vielleicht so gar nicht erwartet.

Fazit
Chatroom ist mal etwas ganz anderes. Der Chatroom, um den sich alles dreht, wird als realer Raum dargestellt, sodass man die Gespräche nicht liest, sondern wirklich Angesicht zu Angesicht mithört. Es ist eine ganz neue Art, die Risiken des Internets darzustellen und das fasziniert und beängstigt zugleich.
Die Darsteller sind großartig, ebenso wie die eigentliche Idee. Daher verstehe ich auch nicht, warum dieser Film keine Preise bekommen hat. Man muss die Kritiker nicht verstehen oder?
Chatroom bekommt von mir eine 1, wobei der Film wirklich nicht für jedermann ist!

4 Kommentare:

  1. "Türkisch für Anfänger" war ja leider nicht mein Ding, aber deine Rezi dazu fand ich trotzdem toll. :) "Zwei an einem Tag" fand ich eig. ganz schön, wenn auch teilweise etwas komisch. Leider kann ich mich grad noch nicht mal mehr an den Inhalt erinnern. xD
    "Chatroom" kannte ich noch gar nicht, hört sich aber mega interessant an. *-* Ich stehe auf so abgedrehte Storys, deshalb werd ich mir den auf jeden Fall angucken.

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    1. Chatroom ist aber nicht für jedermann. Ich selbst fand ihn teilweise auch etwas langweilig, aber die Story, die er rüber bringt, ist super.
      Danke für dein Kommi :-)

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Schreibt mir Kommis und ich bin happy :-)