Dienstag, 13. Januar 2026

Mein viertes Serien- und Filmquartal 2025 + Filmjahr 2025

2025 war ein krasses Jahr.
Ich bin Teil der LB Filmcrew geworden und habe so viele
Filme wie noch nie gesichtet: 587!
Das waren 1091,1 Stunden!
Unzählige Listen und Challenges sind entstanden
und haben mein Jahr absolut bereichert.
Da ich alle Filme von James McAvoy geschaut habe,
ist er die unangefochtene Nummer eins 2025 mit
41 Filmen gewesen. Dicht gefolgt von Elliot Page
mit 22 Filmen und Robin Williams immerhin mit 19 Filmen.
Von Pedro Almodóvar habe ich sieben Filme gesehen, 
dicht gefolgt von Joachim Masannek mit seinen sechs 
"Wilde Kerle"-Filmen, wovon es einer sogar als
Tagebuchmeilenstein geschafft hat 
(50. Film: "Die Wilden Kerle 2").

Da ich mittlerweile alle Filme auf Letterboxd logge 
und die wenigen Serien, die ich noch schaue,
auf Serializd, bleibt am Ende natürlich
nicht mehr viel für den Blog übrig.
Eine Doku habe ich auf Youtube gesehen, die 
weder auf LB noch Serializd zu finden ist,
und da die Tatort- und Serienfolgen oft von Letterboxd verschwinden,
will ich sie hier lieber zusätzlich sichern.

2026 wird ein absolut spannendes Jahr,
da ich das "The year of Natalie" austragen darf und der
Februar viele prickelnde Momente versprechen lässt.
Ich bin gespannt, was uns alle filmisch noch so erwarten wird.

****

Tatort: Dunkelheit

© ARD

Meine Kollegin schwärmte mir bereits letzte Woche 
vom "Tatort: Dunkelheit" vor. 
Sie ist Tatortguckerin, war jedoch bisher noch nie so 
begeistert von einer Folge. 
Die guten Kritiken bestätigten sich im Netz, 
sodass ich nun doch neugierig war 
und als Tatortskeptikerin dem ganzen eine Chance gab. 
Bisher habe ich nur drei Tatortfolgen geschaut. 
Den mit Matthias Schweighöfer 
(diese Handschuhe werde ich nie vergessen), 
den ersten mit Till Schweiger und 
einen oder zwei mit Lars Eidinger. 
Immer wieder wurde ich bestätigt: 
die genannten Schauspieler (außer Schweiger) spielen gut, 
der Rest ist ziemlich öde (außer Schweigers, der war actionreich). 

Schon alleine, wenn das Intro anklingt, 
will ich den Stream direkt wieder ausschalten. 
Dieser schreit nach altmodisch hoch drei 
und wirkt so völlig aus der Zeit gefallen. 
Damit erreichen sie seit Jahren die ü60 Tatortliebhaber:innen, 
alle anderen Alters- und Interessengruppen gehen leer aus. 
Mit diesem Blödsinn endet der Tatort auch, 
was so völlig unpassend ist, 
weil es nicht zum einfühlsamen Ende passt. 

Melika Foroutan hat mir von Anbeginn 
richtig gut als Kommissarin Maryam Azadi gefallen. 
Sie wird von Sekunde zu Sekunde besser, 
auch wenn sie anfangs etwas distanziert wirkt. 
Ihre Herangehensweise ist interessant, 
ihr Engagement beneidenswert. 
Edin Hasanovic muss sich als Hamza Kulina erst einmal etwas einspielen. 
Er wird jedoch nach und nach besser und immer liebenswerter. 
Ab der Mitte hatte ich ihn bereits richtig gerne. 
Etwas klischeehaft ist jedoch seine Backstory. 
Dass er als Opfer einer nie aufgeklärten Tat genau 
in solch einer Abteilung landet, 
ist dann doch etwas zu viel des Guten. 
Auch die Endszene ist etwas zu spannend inszeniert, 
als dass sie glaubwürdig erscheint, 
doch ist die Auflösung des Ganzen eine krasse Idee gewesen. 

Voller Ideen steckt dieser Tatort ohnehin, 
denn er ist unheimlich nahbar inszeniert. 
Man fühlt mit den Angehörigen 
und insbesondere mit den Kommissar:innen. 
Die Szene, in der sie den Angehörigen den Täter offenbaren, 
drückte sehr auf meine Tränendrüse. 
Auch Sahin Eryilmaz ist hier mal wieder hervorzuheben. 
Ihn sehe ich sehr gerne, aber viel zu selten. 
Auch die Geschichte rund um Hamza Kulinas Mutter 
und deren zurückgezogenes Leben war 
insbesondere von Gordana Boban toll gespielt.
Ebenso die Einblendung der Tage, 
die ihnen noch verbleiben, 
um die vielen Opfer ausfindig zu machen, 
war sehr spannend inszeniert. 
Am Ende will ich wissen, woran Maryam Azadi arbeitet. 
Was ist das für ein Fall, der sie im Privatleben weiterforschen lässt?

Hut ab an Stefan Schaller, 
der Regie führte und zusammen 
mit Senad Halibasic das Drehbuch verfasst hat. 
Da ist doch endlich Mal ein spannender "Tatort" bei heraus gekommen, 
von dem ich so angefixt wurde, dass ich nur darauf warte, 
dass meine Kollegin wieder sagt
"Das Team aus Frankfurt ist wieder da. Der Fall war auch wieder richtig spannend." 
Ich drücke die Daumen, insbesondere für den letzten Satz 
und hoffe sehr, dass Stefan Schaller noch einmal die Möglichkeit bekommt, 
seine Vision umzusetzen. 
Sei es ein neuer "Tatort" oder vielleicht auch Mal etwas ganz anderes. 


**

Der Zauber Bollywoods | VPRO Dok

© vpro dok


Die indische Filmindustrie ist eine völlig andere Welt, 
als das uns bekannte Hollywood. 
Hier herrschen andere Regeln. 
Das liegt daran, dass Indien eine ganz andere Kultur hat. 
Das Land ist riesig und besitzt mehrere Filmindustrien, 
wie z.B. Bollywood, Tollywood oder auch die Billigfilmbranche Malegaon. 

2/3 aller Kinoeintrittskarten weltweit werden 
laut der Doku aus 2021 für Bollywoodfilme verkauft. 
Außerdem gibt es an jeder Ecke kleine Räume mit Plastikstühlen, 
in denen alte Filme in Dauerschleife gezeigt werden. 
Hier wird geschlafen, geschaut oder wieder hinaus gegangen. 
Außerdem gibt es auch Kinos, 
die billige Tickets anbieten, 
damit alle ins Kino gehen können. 
Hier gibt es dann keine luxuriösen Sitze oder gar eine Klimaanlage. 
Es geht um die Filme, nicht um das Ambiente. 

Viele empfanden die damaligen indischen Filme als besser, 
weil dort noch eine Geschichte erzählt wurde. 
Heute gibt es so viele Themen in indischen Filmen, 
dass dies für einige zu überladen wirkt. 

Es ist generell nicht leicht, Schauspieler:in zu werden, 
denn nur wenige haben Erfolg. 
So gibt es manchmal Schauspielunterricht, 
ohne dass dafür bezahlt wird. 
Erst wenn die Schauspieler:in Erfolg hat, 
muss der Lehrer bezahlt werden. 
Dies klingt erst einmal gut, 
doch es wurde nicht erwähnt, 
wie viel und lange man dem Lehrer Geld zahlen muss. 
Außerdem herrscht hier noch immer eine Schieflage gegenüber Schauspielerinnen.

"Bekommt eine Schauspielerin eine Rolle, weil sie leicht bekleidet ist und mit dem Regisseur oder Castingdirektor schläft, dann ist es halt so. Man spricht hier von Castingcouch, genau wie in Hollywood."

Es wird zwar betont, 
dass dieser Weg nicht notwendig ist, 
sondern sich Fleiß und Geduld auszahlen, 
doch das wirkt wie eine schwammige Ausrede.
#me2 ist hier nicht wirklich angekommen. 
Apropos: dazu gab es auch eine interessante Doku 
auf Youtube:

Die Fankultur in Indien ist einfach gigantisch. 
So fahren einige Fans ein bis zwei Mal im Monat zu 
dem Haus ihres Idols und warten Stunden darauf, 
dass er hinaus tritt und kurz winkt. 
Das ist dann ein absolutes Highlight 
und sie ziehen wieder glücklich von dannen. 

Laut der Doku kommen jedes Jahr 800 Hindi Filme auf den Markt. 
Zum Vergleich: In Hollywood sind es circa 500-800 Filme. 
Es gibt eine Filmsetstadt namens Ramoji Film City, 
die die zweitgrößte Touristenattraktion in Indien ist. 
Filme wie Baahubali, RRR, Chennai Express, 
Devdas und Golmal wurden laut Google in Ramoji Film City gedreht. 
Dort alleine werden 150 Filme im Jahr produziert.

Doch neben Bollywood, Tollywood und Co. 
gibt es auch Malegaon Filme, eine Billigfilmindustrie. 
Hier zählt nicht das Budget und die Qualität, 
sondern der Spaß am Filme machen. 
Die Filme werden unter 700€ gedreht. 
Die Darsteller:innen erhalten keine Gage 
und oft werden Hollywoodfilme geremaked, 
wie hier "Spider-man" mit einem korpulenteren Darsteller. 

Die indische Filmindustrie ist faszinierend, 
beängstigend und wirkt völlig chaotisch und liebenswert.
So viele Dinge spielen hier eine Rolle,
die in Hollywood unvorstellbar erscheinen. 
Eine faszinierende Welt, 
der ich mehr Menschlichkeit und Feminismus wünschen würde. 

****

Goosebumps: Say Cheese and Die

© Scholastic

Mit einer zwanzig minütige Folge von "Gänsehaut" 
in Ryan Goslings Karriere zur starten ist gar nicht mal so verkehrt. 
Besonders, wenn sie eine so coole Idee beinhaltet, wie diese Folge.
Greg und seine Freunde finden in einem Keller eine Kamera. 
Er fotografiert als erstes seinen Bruder vor dem neuen Auto, 
doch das Auto ist vorne zerbeult. 
Anschließend macht er ein Foto von seiner Freundin, 
doch sie ist nicht auf dem Foto zu sehen. 
Er merkt schnell, dass die Kamera wohl die Zukunft zeigt 
und als seine Freundin plötzlich als verschwunden gilt, 
spitzt sich die Lage zu.
Eine coole Idee, die sympathisch umgesetzt ist. 
Ryan Gosling spielt auch hier schon als 16-Jähriger 
gut auf und überzeugend. 
Außerdem war die Kamera schon verdammt cool gemacht.
Eine kurze "Gänsehaut"-Folge, 
die Laune macht und sich sehen lassen kann.